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“Wir brauchen Wissenstransfer und gemeinsame Gestaltung von Innovation.”

Silvia Wiesner, Consultant bei unserem neuen Firmenmitglied Egon Zehnder International GmbH im UGH-Interview, Dezember 2023

© privat

UGH: Warum unterstützen Sie die UGH und wie?

Es ist mir eine Freude, dass wir als Egon Zehnder nun Firmenmitglied bei der UGH sind. Uns eint die Überzeugung, dass wir die großen Zukunftsherausforderungen nur als Gesamtgesellschaft bewältigen können. Wir brauchen Leadership für eine bessere Welt. Wir brauchen Wissenstransfer und gemeinsame Gestaltung von Innovation. Wissenschaft und Wirtschaft kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Wir stehen am Anfang dieser Partnerschaft und freuen uns auf die gemeinsame Entwicklung von Initiativen am Standort Hamburg.

UGH: Was ist Ihrer Meinung nach die größte Herausforderung im Zusammenspiel von Wirtschaft und Wissenschaft?

Ich möchte es gar nicht als Herausforderung betiteln. Die Aufgabenstellung für Entscheidungsträger:innen in Wissenschaft und Wirtschaft besteht darin, kontinuierlich im Austausch zu sein und gemeinsam an mehr als nur inkrementellen Lösungen zu arbeiten. Dafür benötigt es Vertrauen, Neugierde, Offenheit, Pragmatismus und die Bereitschaft Dinge auszuprobieren.

Praxisrelevante Erkenntnisgewinne aus der Wissenschaft müssen schnell und agil in der Wirtschaft als konkrete Lösungsansätze erprobt und weiterentwickelt werden. Hierbei gilt es die Zusammenarbeit nicht als Einbahnstraße zu verstehen, sondern neue Erfahrungen beständig auszutauschen. Hierfür gilt es auch einen öffentlichen Rahmen zu schaffen, welcher sowohl die Erforschung als auch den Einsatz neuer Technologien unterstützt. 

UGH: Die Universitäts-Gesellschaft ist im Jahr 2022 100 Jahre alt geworden; in diesem Jahr gab es einen Wechsel an der Führungsspitze: Prof. Dr. Ulrike Beisiegel folgte auf Elke Weber-Braun als Vorstandsvorsitzende. Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten nächsten Meilensteine?

Zum einen die weitere Institutionalisierung des kontinuierlichen Austauschs – im großen und im kleinen Kreis.

Des Weiteren die dezidierte Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Wie können wir noch mehr Ausgründungen an der Universität Hamburg ermöglichen? Wo können wir beispielsweise zielgerichtet Mentoring-Programme und Stipendien anbieten?

Inhaltlich unterstütze ich den Fokus auf den Wissenstransfer nachhaltiger Zukunftstechnologien. Wissenschaftliche Erkenntnisse müssen erfolgreich verbreitet und umgesetzt werden. Das Aufzeigen von positiven Umsetzungsbeispielen ist darüber hinaus entscheidend, um mehr Menschen und Institutionen Mut für Innovation zu machen in einem generell anspruchsvollen Umfeld.

„Es braucht in der heutigen Zeit eine enge Verzahnung zwischen Wissenschaft und Industrie.“

Interview mit Kirsten Fust, Technische Geschäftsführerin der Hamburger Energiewerke

Die Hamburger Energiewerke sind Mitglied der UGH geworden. Im Interview spricht Frau Fust über ihre Karriere in der Energiewirtschaft und was sie in die UGH einbringen möchte.

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Frau Fust, herzlichen Glückwunsch zur Wahl in den Beirat der Universitäts-Gesellschaft Hamburg. Wie kam es dazu? Wie haben Sie die UGH kennengelernt?

Herzlichen Dank. Ich freue mich auch sehr auf meine neue Aufgabe. Ich habe die UGH über das Programm „Mentoring bewegt Karrieren“ kennengelernt. Als Mentorin engagiere ich mich stark für Frauen und Männer in technischen Berufen. Aktuell begleite ich eine Frau aus dem universitären Umfeld. Die Nominierung entstand aus einem Gespräch mit Silke Richter, welche mir die Aufgaben und Inhalte der Universitäts-Gesellschaft nähergebracht hat. Diese passen hervorragend mit den Zielen der Hamburger Energiewerke – Industrie und Wissenschaft näher zusammen zu bringen –  überein.

Sie blicken auf eine lange Karriere in der Energiewirtschaft zurück. Was hat Sie an dem Bereich fasziniert?

Seit meiner Ausbildung zur Elektrikerin habe ich mich immer für Energie interessiert. Ob Strom oder Gas, spielte dabei keine Rolle. Die hochinteressanten und vielseitigen Projekte und Aufgaben, die es in diesem Bereich gibt, haben für mich nie an Faszination verloren. Besonders gereizt hat mich nach jahrelanger Beschäftigung im Verteilnetz der Einstieg in die Erzeugung und den Betrieb von Anlagen und Netzen. Bei den Hamburger Energiewerken setzen wir den Kohleausstieg Hamburgs bis spätestens 2030 um. Das Angebot für so eine reizvolle und herausfordernde Transformationsaufgabe in der schönsten Stadt Deutschlands, in der man selbst lebt, bekommt man nur einmal geboten.

Was waren Herausforderungen im Laufe der Karriere, vor allem als Mädchen bzw. Frau?

Im Handwerk war es die Herausforderung eine selbstverständliche und anerkannte „Kollegin“ auf den Baustellen zu werden. Frauen in handwerklichen Berufen sollten damals kein Aufsehen verursachen. Später waren es ungeschriebene Regeln, die man selbst erkennen und für sich bewerten und nutzen musste. Wer eignet sich als Mentor? Wie laufen die Informationsketten jenseits der hierarchischen Ordnung und wie nehme ich als Vorgesetzte die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesen bewegten Zeiten bei großen Veränderungen mit.

Wie möchten Sie sich künftig in der UGH einbringen?

Es braucht in der heutigen Zeit eine enge Verzahnung zwischen Wissenschaft und Industrie. Nur so können wir die Chancen und auch die Herausforderungen der Energiewende bestmöglich nutzen bzw. meistern. Mit meiner langjährigen praktischen Erfahrung in der Energiewirtschaft, bei der Umsetzung von großen Projekten und meinem großen Netzwerk, denke ich hier eine gute Ergänzung für die UGH zu sein.

Wie möchten Sie die Brücke schlagen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft?

Information, Kommunikation und der Austausch untereinander sind die Schlüsselthemen. Viele Herausforderungen, die die Wirtschaft bei der Umsetzung großer Projekte hat, könnten, geeignet adressiert, von den Ideen und Innovationen der Wissenschaftler, profitieren. Die Wissenschaft sollte in die Herausforderungen der Industrie viel operativer und intensiver einbezogen werden. Dieses geht jedoch nur, wenn man sich kennt und vertraut. Dafür möchte ich werben und biete meine Kontakte, mein Wissen und die Hamburger Energiewerke als Partner an.

„Besonderen Wert legt die Stiftung auf Nachwuchs- und Talentförderung.“

Interview mit Saskia Egger, Geschäftsführerin der Hapag-Lloyd Stiftung

Die Hapag-Lloyd Stiftung ist Mitglied der UGH und unterstützt durch ihre Förderung die Entwicklung innovativer Veranstaltungsformate. Geschäftsführerin Saskia Egger stellt die Arbeit der Hapag-Lloyd Stiftung im Interview vor.

© Hapag-Lloyd Stiftung / Raetzke

Welche Aufgaben nimmt die Hapag-Lloyd Stiftung in Hamburg war? Seit wann existiert die Stiftung und durch wen wurde sie gegründet?

Die Hapag-Lloyd Stiftung wurde 1997 von der Hapag-Lloyd AG anlässlich des 150. Geburtstags der Reederei mit dem Ziel gegründet, gemeinnützige Projekte und Initiativen vorwiegend am Firmensitz Hamburg zu unterstützen.

Die Stiftung versteht sich daher vor allem als Partnerin ausgewählter kultureller, wissenschaftlicher und sozialer Institutionen, die den Ruf der Hansestadt maßgeblich prägen und den Bürgerinnen und Bürgern über Generationen ans Herz gewachsen sind.

Warum ist die Hapag-Lloyd Stiftung Mitglied in der Universitäts-Gesellschaft Hamburg geworden? Was versprechen Sie sich davon?

Auch wenn der Förderschwerpunkt der Stiftung traditionell im Bereich „Kunst und Kultur“ liegt, soll in Zukunft auch der in der Satzung verankerte Förderbereich „Wissenschaft und Forschung“ verstärkt bei der Stiftungsarbeit mitberücksichtigt werden. Besonderen Wert legt die Stiftung außerdem auf Nachwuchs- und Talentförderung.

Mit der Förderung ausgewählter Projekte sowie der Mitgliedschaft in der Universitäts-Gesellschaft Hamburg sind diese beiden Förderschwerpunkte gleichzeitig abgedeckt. So ist es auf diesem Weg möglich, junge Talente und den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern, und zusätzlich dazu den Wissenschaftsstandort Hamburg zu stärken.

Auf Ihrer Website sprechen Sie von „Good Corporate Citizenship” – was verstehen Sie darunter?

Die Hapag-Lloyd Stiftung steht als unternehmensnahe Stiftung für die gesellschaftliche und soziale Verantwortung ihrer Stifterin. Mit der Gründung und finanziellen Ausstattung der selbstständigen Stiftung möchte diese sich – weit über ihre eigentliche Geschäftstätigkeit hinausgehend – als aktives Mitglied einer zukunftsorientierten und gleichzeitig solidarischen Gemeinschaft zeigen und einen substanziellen Beitrag dazu leisten, dass Hamburg eine attraktive, lebenswerte, durch kulturelle Vielfalt, ein soziales Miteinander sowie ein reges Geistesleben geprägte Stadt ist und bleibt.

So versteht, fördert und ermöglicht die Hapag-Lloyd Stiftung im Sinne ihrer Stifterin Bildung und Ausbildung, Kunst und Kultur, Wissenschaft und soziale Teilhabe eben nicht als elitären Luxus, sondern als einen wichtigen Teil des Lebens und der Gesellschaft.

Die Hapag-Lloyd Stiftung hat sich auf die Bereiche Kunst und Kultur spezialisiert. Welche Häuser oder Projekte stehen aktuell im Fokus? Hat sich der Bereich Ihrer Meinung nach durch die Corona-Pandemie stark verändert?

Die Förderung von Kulturinstitutionen und künstlerischen Initiativen steht im Mittelpunkt der Stiftungsarbeit. Aktuell engagiert sie sich in diesem Bereich in mehr als 25 Projekten. Besonders hervorzuheben ist dabei die langjährige Zusammenarbeit mit dem St. Pauli Theater, einer Hamburger Institution, der die Stiftung von Anfang an fest verbunden ist, sowie die Unterstützung des Ballettzentrums Hamburg John Neumeier durch die Finanzierung von Preisen und Stipendien an hochbegabte Nachwuchs-Tänzerinnen und Tänzer. Auch diese Förderung läuft seit mehr als 25 Jahren.

Bei der Arbeit setzt die Stiftung generell auf Kontinuität. Es hat sich bewährt, mit ausgewählten Partnern über Jahre hinweg zusammenzuarbeiten. So können sich kreative Netzwerke bilden und im besten Fall Synergien für alle entstehen.

Gerade während der Corona-Pandemie war es ein großer Vorteil, die geförderten Institutionen bereits seit langem zu kennen und vertrauensvoll mit ihnen zusammenzuarbeiten. So konnten laufende Projekte mit maximaler Flexibilität abgesichert werden, es war aber auch möglich, auf neue Ideen spontan und unbürokratisch zu reagieren. Die Stiftung wurde damit in diesen schwierigen Zeiten nicht nur als finanzielle Unterstützerin von Projekten, sondern auch als verlässliche Partnerin aktiv an der Seite der geförderten Institutionen gesehen und wahrgenommen. Eine Win-Win-Situation, die das Bewusstsein für verantwortungsvolles Handeln auf beiden Seiten geschärft hat und stark in die Zeit nach Aufhebung der Corona-Restriktionen nachwirkt, so dass die Stiftung und die geförderten Institutionen noch vertrauensvoller und auf Augenhöhe zusammenarbeiten können.

“Wir fördern Hamburgs Zukunft!“

Interview mit Ralf Sommer, Vorstandsvorsitzender der Hamburgischen Investitions- und Förderbank

Die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) hat die UGH bei der Realisierung der Hamburger Zukunfts-Konferenz unterstützt, und wir freuen uns sehr, die IFB Hamburg als Mitglied begrüßen zu können. Im Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden Ralf Sommer erfahren Sie mehr über die Arbeit der IFB Hamburg, die Bedeutung des Wissenstransfers für Innovationen und die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Hamburg.

© IFB Hamburg / Ulrich Perrey

Die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) hat die UGH bei der Ausrichtung der Hamburger Zukunfts-Konferenz unterstützt. Welche Aufgaben nimmt die IFB Hamburg in der Freien und Hansestadt Hamburg wahr? Wie waren Sie beispielsweise während der Corona-Pandemie tätig?

Die IFB Hamburg ist das zentrale Förderinstitut der Freien und Hansestadt Hamburg. Sie befindet sich vollständig im Eigentum der Hansestadt. Zu den Zielen der IFB Hamburg gehören unter anderem: den Innovations- und Wirtschaftsstandort stärken, Wachstum ermöglichen und Hamburger Arbeitsplätze sichern. Mit dem Motto „Wir fördern Hamburgs Zukunft!“ bieten wir ein breites Leistungsspektrum an – mittlerweile über 60 Förderprogramme. Schwerpunktmäßig werden die Wohnraumförderung sowie die Förderung von Wirtschaft, Innovation und Umwelt abgedeckt.

Zudem ist die IFB Hamburg seit Beginn der Pandemie 2020 zentraler Partner für die Umsetzung der finanziellen Hilfen im Rahmen der Hamburger Corona-Maßnahmen. Insgesamt zehn Hilfsprogramme boten den durch die Pandemie in Mitleidenschaft gezogenen Unternehmen Unterstützung bei der Sicherung ihrer finanziellen Stabilität. Wir haben seit März 2020 über 3,5 Mrd. Euro Fördermittel ausgezahlt und über 150.000 Anträge bearbeitet.

Innovation durch Wissenstransfer zu ermöglichen, ist auch ein Kernanliegen der UGH. Gerade Start-ups haben ungeheure Potenziale, Innovationen zu entwickeln, stehen aber häufig vor besonderen finanziellen Herausforderungen. Was tut die IFB Hamburg, um innovative Start-ups zu fördern?

Als Tochter der IFB Hamburg führt die IFB Innovationsstarter GmbH die finanzielle Förderung von Start-ups durch. Mit den Programmen InnoFounder, InnoRampUp und InnoFintech werden Hamburger Start-ups mit Zuschüssen von bis zu 200.000 Euro unterstützt. Der Innovationsstarter Fonds Hamburg beteiligt sich an jungen innovativen Unternehmen und stellt ihnen Risikokapital von bis zu 1,5 Mio. Euro zur Verfügung. Insgesamt werden so pro Jahr etwa 60 Unternehmen gefördert. Damit sind wir der aktivste Kapitalgeber in Hamburg. Unser Hamburg Investors Network (HIN) hilft kapitalsuchenden Start-ups auf vielfältige Weise bei der Suche nach privaten Investoren.

Technologie- und Wissenstransfer an der Schnittstelle Wissenschaft-Wirtschaft adressiert die IFB Hamburg auch durch das „Programm für Innovation PROFI“. Was beinhaltet dieses Programm?

Mit dem Programm für Innovation (PROFI) fördert die IFB Hamburg Forschungs- und Entwicklungsvorhaben und stärkt den Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen in wirtschaftlich verwertbare innovative Produkte. Damit setzen wir genau dort an, wo auch die UGH einen Schwerpunkt hat. Angesichts der anziehenden öffentlichen Investitionen in zusätzliche Forschungskapazitäten am Standort Hamburg kommt dieser Aufgabe eine verstärkte Bedeutung zu. Wir fördern Hamburger Unternehmen, die FuE-Vorhaben alleine (PROFI Standard) oder in Kooperation mit Hamburger Hochschulen/Forschungseinrichtungen (PROFI Transfer) umsetzten wollen. Förderfähig sind Personal- und Sachkosten, Kosten für Patente und Fremdleistungen. Die Zuschüsse bei Kooperationsprojekten können bis zu 1 Mio. Euro betragen.

Wir leben in Zeiten enormer Umbrüche und zahlreicher Unsicherheiten. Welche Möglichkeiten sehen Sie, um die Resilienz und die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Hamburg zu stärken?

Die Förderung von innovativen Wirtschaftsakteuren führt zu positiven Spill-Over-Effekten, die den fortlaufenden Strukturwandel der Hamburger Gesamtwirtschaft unterstützen und somit auch zur volkswirtschaftlichen Stärkung der Freien und Hansestadt beitragen. Darüber hinaus adressiert der Senat über die Innovationsförderung der IFB Hamburg auch zentrale Zukunftsthemen. So werden verstärkt innovative Start-ups gefördert, die einen gesellschaftlichen Impact verfolgen. Des Weiteren unterstützt die IFB Hamburg über die FuE-Förderung technologische Innovationen zur Minimierung des Ressourcenverbrauchs und der Klimabelastung in Produktions- und Lieferketten.

Die IFB Hamburg unterstützt Wissenstransfer seit diesem Jahr auch als korporatives Mitglied der Universitäts-Gesellschaft. Wie sollte eine möglichst fruchtbare Zusammenarbeit aussehen?

Wir freuen uns als Gast-Firmenmitglied auf interessante Veranstaltungen und Kontakte sowie Impulse für unser gemeinsames Anliegen Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.

“Die großen Zukunftsfragen lassen sich nur gemeinsam lösen“

Interview mit Andreas Richter, Behörde für Wirtschaft und Innovation

Zu den wesentlichen Unterstützern der Zukunfts-Konferenz gehört die Hamburger Behörde für Wirtschaft und Innovation. Präses Michael Westhagemann hat gemeinsam mit Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank die Schirmherrschaft übernommen. Auch an der Konzeption des Konferenzprogramms ist die Behörde beteiligt. Andreas Richter, Abteilungsleiter Innovation, Technologie und Cluster in der BWI hat das Projekt von Anfang an intensiv begleitet.

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Herr Richter, die Stärkung des Innovationsstandorts Hamburg ist ein zentrales Ziel ihrer Arbeit. Was kann die Zukunfts-Konferenz dazu beitragen?

Sie bringt sehr gut zum Ausdruck, was wir in dieser herausfordernden Zeit tun müssen. Die großen Zukunftsfragen lassen sich nur gemeinsam lösen. Und mit gemeinsam meine ich nicht nur Politik und Gesellschaft, sondern auch Wissenschaft und Wirtschaft. Diese drei Dimensionen verknüpft das Konferenzprogramm auf sehr spannende Weise. Einerseits beleuchten die Beiträge zwei zentrale Zukunftsthemen aus dem Blick einer exzellenten Universität und von verantwortungsbewussten Unternehmen, andererseits wird aber eben auch die gesellschaftliche Dimension in den Blick genommen und die Frage aufgeworfen, warum tun wir nicht, was wir wissen.  Das ist nicht nur eine Frage an die Politik, sondern auch eine an die Wissenschaft. Wie wird aus Erkenntnis Wirkung? Damit schließt sich für mich ein Kreis. Der Senat hat im vergangenen Jahr eine sehr ambitionierte Innovationsstrategie für Hamburg beschlossen, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt und auf gesellschaftlichen Nutzen und Wirkung von Innovationen setzt. Die Vision lautet deshalb auch “Mit Innovationen gemeinsam für eine lebenswerte Stadt”. Sie orientiert sich an den Zukunftsfeldern, die für die Menschen von zentraler Bedeutung sind und dazu zählt nachhaltige Energie ebenso wie Gesundheit. Ich finde das passt sehr gut mit der Konferenz zusammen.

Nachhaltige Energien, Gesundheit und gesellschaftliche Akzeptanz sind die Schwerpunkte der Konferenz. Sind das aus ihrer Sicht Themenfelder, bei denen Hamburg auch im nationalen Vergleich punkten kann?

Ja. Wir haben eine sehr leistungsfähige Industrie, die sich sehr ernsthaft auf den Weg der Dekarbonisierung gemacht hat. Das Cluster Erneuerbare Energien Hamburg ist ein einzigartiger Zusammenschluss von Wirtschaft, Politik und Wissenschaft, mit dem wir die Transformation unserer Wirtschaft aktiv gestalten und dem wir deshalb auch ein übergreifendes Wasserstoffcluster hinzugefügt haben. Politik und Wirtschaft unterlegen ihren Willen mit großen Projekten, die auch international Strahlkraft entfalten. Wir tun dies im norddeutschen Verbund, u.a. mit dem norddeutschen Reallabor, mit einer gemeinsamen norddeutschen Wasserstoffstrategie. Und wir haben eine exzellente Universität, die in diesem Bereich viel zu bieten hat, neben weiteren Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen, die im Energieforschungsverbund Hamburg zusammen geschlossen sind. Also ja, wir haben alle Voraussetzungen uns als Stadt hier zu positionieren.
Das gleiche gilt auch für den Bereich Gesundheit. Wir haben mit dem Cluster Life Science Nord eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Hamburg und Schleswig Holstein, ausgezeichnet  mit dem Gold Label der Europäischen Kommission. Hinzu kommt eine hervorragende Wisschenschafts- und Forschungslandschaft, zu der natürlich auch die Universität Hamburg zählt. Die Science City in Bahrenfeld wird auf dieses Thema ebenfalls sehr stark einzahlen. Also auch hier ein eindeutiges Ja.
Beim Thema gesellschaftliche Akzeptanz glaube ich, dass wir alle Zutaten haben, wenn wir es klug anstellen. Wir müssen darüber diskutieren und deshalb bin auch so gespannt auf diesen Teil der Konferenz.

In der Stadt gibt es viele Akteurinnen und Akteure, die die Vernetzung zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft vorantreiben. Welche Rolle spielt dabei aus ihrer Sicht die Universität-Gesellschaft?

Ich glaube sie kann eine sehr wichtige Rolle einnehmen, als Bindeglied  und Brückenbauer von der Universität zur Wirtschaft und Gesellschaft. Dass sie das kann, hat sie mit dem anspruchsvollen Konferenzprogramm eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Das Netzwerk ist damit sicher noch einmal stärker geworden. Mir hat die Mitwirkung im Redaktionsteam der Konferenz mit Frau Weber-Braun, Frau Bargsten und Prof. Dr. Graener viel Freude bereitet. Sehr inspirierend und ausbaufähig!

„Die Betriebswirtschaftslehre ist kreativer als man denkt“

Interview mit Uni-Professor Michel Clement, Mitglied im Beirat der UGH

Michel Clement ist Inhaber des Lehrstuhls für Marketing und Medien an der Universität Hamburg und Mitglied im Beirat der Universitäts-Gesellschaft Hamburg. Bei der Entwicklung von Angeboten der UGH für Studierende und junge Wissenschaftler:innen ist er ein wichtiger Impulsgeber und unverzichtbarer Partner. Der Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ist ihm ein besonderes Anliegen.

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Prof. Dr. Clement, ein starker Fokus ihrer Arbeit liegt auf der Unterstützung junger Gründer:innen. Warum?

Die Betriebswirtschaftslehre ist gemeinhin kreativer als man denkt. Es geht um neue Produkte und Services, die im Rahmen des Innovationsmanagements dann hoffentlich erfolgreich in den Markt eingeführt und etabliert werden. Dieser kreative Prozess ist sehr interessant, denn es werden neue Technologien oder Geschäftsideen erarbeitet, evaluiert und diskutiert.

Das wird umso interessanter, wenn in diesem Prozess junge Menschen ihre Ideen vorstellen und dafür „Feuer und Flamme sind“. Deswegen arbeiten wir an der Fakultät für Betriebswirtschaft im Rahmen des Management Transfer Labs eng mit Studierenden, Promovierenden und Kolleginnen und Kollegen zusammen und kontrastieren die Ideen mit Förderern und Investoren. Im Kern generiert die Universität so neue Ideen und auch neue Arbeitsplätze für die Metropolregion Hamburg. Wir sind sehr stolz darauf, dass wir so zahlreiche erfolgreiche Start-Ups begleiten durften und dürfen.

Mit der wichtigen Förderung des Exist-Programms „Potenziale heben“ können wir hierfür wichtige Rahmenbedingungen schaffen.

Welche Rolle spielt die Universitäts-Gesellschaft Hamburg dabei?

Die Universitäts-Gesellschaft ist ein wichtiger Partner in dem Mentoring Programm, das wir im Rahmen der Exist-Förderung aufgesetzt haben. Darüber hinaus arbeiten wir in sehr enger Kooperation, um den Transfer von Wissenschaft und Gesellschaft auf allen Dimensionen voranzutreiben.

Für mich ganz persönlich ist die Universitäts-Gesellschaft ein ganz wichtiger Partner für die Universität und auch für die Fakultät für Betriebswirtschaft, weil die Mitglieder der Universitäts-Gesellschaft ein inhärentes Interesse haben, zusammen mit der Universität den Austausch mit der Gesellschaft zu sichern. Die Universitäts-Gesellschaft bietet hierfür ein tolles Netzwerk und sie ist auch ein wesentlicher Partner bei den Deutschlandstipendien.

Aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der UGH veranstalten Universitäts-Gesellschaft und Handelskammer eine ganztägige Zukunftskonferenz, bei der es um die Forschung und Technologie im Zeichen der Nachhaltigkeit gehen wird. Was können Startups zur Bewältigung der großen Herausforderungen beitragen, vor denen Wirtschaft und Gesellschaft stehen?

Um die großen Herausforderungen der Gesellschaft und Wirtschaft zu adressieren, brauchen wir neue Ideen und die notwendigen Ressourcen. Innovationen können von innen heraus entstehen oder durch externe Start-Ups getrieben werden – beides werden wir dringend brauchen. Je kreativer wir gemeinsam unterwegs sind, desto mehr Ideen werden wir generieren. Wir sollten hoffen, dass darunter viele gute Ideen sind.

Dr. Harald Vogelsang gratuliert der Universitäts-Gesellschaft zum Jubiläum

Dr. Harald Vogelsang ist Vorstandssprecher der Hamburger Sparkasse, zuständig für das Ressort: Zentrale Stäbe und Zentrales Immobiliengeschäft.

© Haspa

Der Universitäts-Gesellschaft Hamburg gratuliere ich ganz herzlich zu ihrem 100-jährigen Bestehen, verbunden mit den besten Wünschen für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft. Wir haben in Hamburg kaum klassische Rohstoffe, unsere Rohstoffe können nur Bildung und Forschung sein. Deshalb ist die Haspa der UGH auch seit über 27 Jahren eng verbunden – als Mitglied und als Förderer. Dass nun das Cross-Company Mentoring zur aktiven Zusammenarbeit hinzukommt, freut uns sehr. Die Unterstützung von jungen, engagierten Nachwuchskräften ist eine wichtige Voraussetzung für den zukünftigen Erfolg unserer Stadt – und heute lernen auch Mentoren eine Menge von ihren Mentees.

Lesen Sie dazu auch das Interview mit Caroline Kutscha zum Cross-Company-Mentoring.

„Jungen Menschen Perspektiven eröffnen“

ist das Ziel der Claussen-Simon-Stiftung. Im Mittelpunkt stehe dabei die individuelle Förderung, erläutert Dr. Regina Back, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung.

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Eine Stiftung, zwei Persönlichkeiten: Georg W. Claussen und Ebba Simon. Cousin und Cousine, beide eng mit der Firma Beiersdorf verbunden, beide wollten mit ihren Vermögen Wissenschaft und Forschung in Hamburg fördern. Was verband die Zwei? Und wer spielte bei der Gründung der Stiftung welche Rolle?

Georg W. Claussen gründete 1981 aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums der Beiersdorf AG, der er lange Jahre als Vorstands- und Aufsichtsratssitzender angehört hatte, die Claussen-Stiftung, und zwar als Treuhandstiftung unter dem Dach des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft. Zweck der Stiftung war zu Beginn die Förderung von wissenschaftlich und technisch begabten jungen Menschen; 1982 nahm sie ihre Arbeit auf.

Ebba Simon verfügte dann in ihrem Testament, dass ein großer Teil ihres Vermögens nach ihrem Tod in die Stiftung ihres Cousins eingebracht werden sollte. Sie starb 1999, und ab diesem Zeitpunkt trug die Stiftung den Namen Claussen-Simon-Stiftung. Die erhebliche Vergrößerung des Stiftungsvermögens brachte einige Jahre später die Umgründung zur rechtsfähigen Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Hamburg mit sich, damit einhergehend die Erweiterung der Stiftungszwecke auf Wissenschaft, Bildung und Kultur und das operativ eigenständige Wirken der Stiftung seit 2012.

Beide, Georg W. Claussen wie Ebba Simon, wollten jungen Menschen Perspektiven und Räume eröffnen, um sich in Wissenschaft, Bildung und Kultur entfalten und als Persönlichkeiten wachsen zu können. Sie sollten die besten Voraussetzungen haben, um Engagement, Leistungswillen und die intrinsische Motivation zum Lernen und Forschen optimal leben zu können.

Die Claussen-Simon-Stiftung hat es sich zum Ziel gesetzt, „Wegbegleiterin begabter junger Menschen“ zu sein. Müssen junge Menschen hochbegabt sein, um gefördert zu werden? Und wie sieht die Förderung aus?

Die Claussen-Simon-Stiftung hat sich in erster Linie dem Prinzip der individuellen Förderung verschrieben, dies setzen wir mit verschiedenen Stipendienprogrammen für Schüler:innen, Studierende, junge Wissenschaftler:innen und Kunstschaffende um. Mit einem umfangreichen ideellen Angebot zur Persönlichkeitsentwicklung begleiten wir die Geförderten auf ihren Wegen. Das heißt, wir haben ein ganzheitliches Menschenbild: Neben sehr guten Leistungen in Schule und Universität, dem Potenzial und der Motivation, sich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln, sind Offenheit und Engagement für uns wichtige Aspekte, die wir in unseren Auswahlverfahren umfassend berücksichtigen und die für unsere aktive, diskursfähige und diverse Stipendiat:innengemeinschaft wesentlich sind. Neben der finanziellen Förderung legen wir also großes Gewicht auf die personale Bildung, machen Angebote zum transdisziplinären Lernen und schaffen Erlebnisräume für ein lebendiges Miteinander: In Workshops, Seminaren und Coachings, Vortrags- und Netzwerkveranstaltungen laden wir ein zu Reflexion und Dialog.

Die Claussen-Simon-Stiftung fördert auch Projekte. Aktuell die neue Veranstaltungsreihe der Universitäts-Gesellschaft Hamburg, mit der wir jungen Wissenschaftler*innen Orientierungshilfe beim Einstieg ins Berufsleben geben wollen. Was hat den Ausschlag für diese Förderung gegeben?

Unser Stifter Georg W. Claussen ist der Universitäts-Gesellschaft lange eng verbunden gewesen, als Mitglied und als Förderer. Auch die Claussen-Simon-Stiftung hat in seiner Nachfolge in den vergangenen Jahren immer wieder Projekte der Universitäts-Gesellschaft gefördert. Wir sind überzeugt, dass der Austausch zwischen Personen unterschiedlicher Fachdisziplinen und mit verschiedenen Hintergründen immens wichtig ist, um Anregung und Inspiration für den eigenen Weg in Studium und Profession – in und außerhalb der Academia – zu erhalten. Die neue Veranstaltungsreihe der Universitäts-Gesellschaft hat uns deswegen sehr überzeugt, denn hier können sich junge Wissenschaftler:innen mit berufserfahrenen Expert:innen austauschen, aber auch mit Personen, die sich in einem ähnlichen Moment in ihrer beruflichen Biografie befinden. Wir freuen uns, diesen Ansatz mit unserer Förderung unterstützen zu können.

„Gesellschaftliches Engagement hat Tradition in unserer Familie“

betont Dr. Andreas Graf Wass von Czege, ein Urenkel von Edmund Siemers und seit 25 Jahren geschäftsführendes Vorstandsmitglied der 1995 aus einer Familienstiftung hervorgegangenen gemeinnützigen Edmund Siemers-Stiftung.

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Edmund Siemers – den meisten Hamburger*innen bekannt als Stifter des Uni-Hauptgebäudes – war ein erfolgreicher Hamburger Kaufmann, der sich bereits vor dem 1. Weltkrieg für die Förderung von Bildung, Wissenschaft und Forschung eingesetzt hat. Was trieb den Mann an, der sein Geld u.a. mit dem Import von Petroleum und Guano verdiente? 

In der Verpflichtung gegenüber dem Gemeinwesen folgte Edmund Siemers bewusst seinem Vater, dessen Leben vornehmlich seiner Vaterstadt gewidmet war und von dem er seinen Lebensspruch übernahm: „Die höchste Aufgabe des Menschen ist es, alle in ihm liegenden Kräfte und Fähigkeiten zur harmonischen Ausbildung und höchsten Entfaltung zu bringen und alsdann all sein Können in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen. Nur der Mann lebt ein volles Leben, der für viele andere lebt.“ Für Edmund Siemers war also kaufmännischer Erfolg vereinbar mit und Voraussetzung für sein Mäzenatentum oder wie er formulierte: …das Verdienst muss stets über den Verdienst gestellt werden“.

Wo liegen heute die Förder-Schwerpunkte der Edmund Siemers-Stiftung? 

Im Sinne des Stifters bleiben die Förderung von Bildung und Wissenschaft unser erster Förderschwerpunkt. Unterstützt werden Bildungs- und Forschungseinrichtungen im Hamburger Raum – von Kindergärten über Schulen bis Hochschulen und Forschungsstätten.

Gefördert werden vor allem Projekte und Institutionen, die sich der Zukunftsfähigkeit durch Nachhaltigkeit im Sinne des Club of Rome widmen.

Dem Stifterwillen, dem „Allgemeinwohl zu dienen“ folgt die Gemeinwesenarbeit der Stiftung – heute auch unter dem Gesichtspunkt der Integration von Zuwanderern und Flüchtlingen als zweiter Schwerpunkt: Die geförderten Projekte reichen von der Unterstützung von Elternschulen, Trägern der offenen Jugendarbeit und Maßnahmen der Jugendhilfe in Hamburg über die Durchführung von Kunstkursen für Kinder und Jugendliche in Bosnien bis zur Errichtung und Betrieb eines Kinderheimes in Rumänien.

Neu hinzugekommen aufgrund der Herausforderungen des Klimawandels ist als dritter Förderschwerpunkt das Thema „Wasser“ –  aufgrund unserer regionalen Schwerpunktsetzung der Gewässer- und Auenschutz in der Metropolregion Hamburg. Gefördert werden vor allem Renaturierungsprojekte der Bach- und Flussgewässer zum Erhalt der Artenvielfalt.

Die Edmund Siemers-Stiftung hat in den vergangenen Jahren immer wieder Projekte der Universitäts-Gesellschaft Hamburg unterstützt. Was zeichnet die UGH aus ihrer Sicht aus? 

Abgesehen von unserer familienhistorischen Bindung an die UGH (Kurt Hartwig Siemers – Enkel des Universitätsmitbegründers Edmund Siemers – war 1974 bis 1978 ihr stellvertretender Vorsitzender, Geschäftsführer und Schatzmeister) sind es vor allem die Unabhängigkeit und Ziele des Vereins, aber auch sein Erfolg, Menschen als Freunde und Förderer der Universität zu gewinnen, die uns zur Unterstützung motiviert. Den Dialog zur Hamburger Wirtschaft und zugleich die Studierenden sowie die wissenschaftlichen Beziehungen zum Ausland zu fördern, sind Ziele der UGH, die im Einklang mit unseren historischen Wurzeln und eigenen Förderschwerpunkten stehen.

Gelebter Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft

Interview mit Prof. Manuela Rousseau, stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, Beiersdorf AG
Mitglied im Vorstand der Universitäts-Gesellschaft Hamburg

© Piel

UGH: Beiersdorf engagiert sich in besonderer Weise bei der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, und zwar gemeinsam mit der UGH. Das hat eine lange Tradition. Wie sieht dieses Engagement aus?

Manuela Rousseau: Engagement für wissenschaftlichen Nachwuchs hat einen hohen Stellenwert bei Beiersdorf. Durch einen kontinuierlichen Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft erhöhen wir unsere Arbeitgeberattraktivität. Intern geschieht dies jeden Tag: Beiersdorf WissenschaftlerInnen arbeiten in unser Hautforschung eng mit Marketingbereichen zusammen. Mit unserem Engagement für die UGH schauen wir über den Tellerrand und stellen wertvolle Kontakte zwischen Theorie und Praxis her.

Wir unterstützen aktuell das Programm „Mentoring bewegt Karrieren“ mit acht Beiersdorf KollegInnen, die ihre Berufs- und Lebenserfahrung an Studierende und Berufseinsteiger weitergeben. Sie zeigen berufliche Wege auf, teilen Kontakte, machen Mut, helfen beim Einstieg ins Berufsleben oder reflektieren aktuelle berufliche Situationen. Gleichzeitig bauen die Beiersdorf MentorInnen ihre Netzwerke aus, lernen von der nächsten Generation und stärken ihre persönlichen Führungseigenschaften, die dann auch dem Unternehmen zugutekommen.

UGH: Wie können Hamburger Unternehmen vom Engagement bei der UGH profitieren?

Manuela Rousseau: Hamburger Unternehmen erkennen immer stärker den Bedarf an einem intensiveren Austausch mit der Wissenschaft. Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft gewinnt bei der Bewältigung der großen Zukunftsaufgaben an Bedeutung. Ich persönlich bin begeistert davon, wie sehr die Hamburger Wirtschaft den Dialog sucht. Unternehmen, die den Austausch mit exzellenten WissenschaftlerInnen der Uni Hamburg pflegen, tragen dazu bei, dass unsere Stadt im europäischen Wettbewerb ihre Entwicklungschancen nutzt.
Die professionelle und nachhaltige Arbeit der UGH und deren enge Verbindung mit der Hamburger Universität, die sich durch ihre vorzügliche Arbeit den Status einer Exzellenz-Universität erworben hat und damit in die Erste Liga der Hochschulen aufgestiegen ist, zeigt: Es lohnt sich, hier anzudocken.

UGH: Im kommenden Jahr feiert die UGH ihr 100jähriges Bestehen. Für ein ambitioniertes Programm brauchen wir noch aktive Partner. Welche Rolle wird das Fundraising dabei spielen?

Manuela Rousseau: Der 100ste Geburtstag UGH ist eine hervorragende Gelegenheit, um uns auf die Zukunft auszurichten und für den Dialog zwischen Wissenschaft und Wirtschaft neue Impulse zu setzen. Wir befinden uns in Gesprächen mit potenziellen Partnern und gehen auf Hamburger Unternehmen zu, die bereit sind sich in der UGH zu engagieren. Wir freuen uns über aktive Partner, die sich beispielsweise durch Fundraising-Aktivitäten einbringen. Sie könnten sich für Projekte wie das 2019 ins Leben gerufene Programm ‚Mentoring bewegt Karrieren‘ an der BWL-Fakultät der Universität Hamburg einsetzen oder
aber allgemein spenden. Dabei profitieren beide Seiten: die Universitäts-Gesellschaft benötigt das Engagement Hamburger Unternehmen. Diese wiederum erkennen immer stärker den Bedarf nach mehr Austausch mit der Wissenschaft.

UGH: Für Beiersdorf und Sie persönlich ist das wohl keine neue Erkenntnis?

Manuela Rousseau: Seit vielen Jahrzehnten unterstützt die Beiersdorf AG die UGH in ihrem ehrenamtlichen Engagement durch Spenden und Persönlichkeiten. Dazu gehören die beiden langjährigen Vorstandsvorsitzenden Georg W Claussen, Dr. Hellmut Kruse und Dr. Peter Schäfer, 20 Jahre Finanzvorstand bei Beiersdorf. Er war bis 2012 zugleich Vorstandsvorsitzender der Universitäts-Gesellschaft. Dr. Schäfer war es auch, der mich 2016 einlud, das Beiersdorf Engagement in der UGH zu vertreten und meine Erfahrungen im Fundraising einzubringen.

Auf die Frage „Was bringt Ihnen persönlich und ihrer Firma das Mentoring Programm antworteten alle Mentoren übereinstimmend: „ Wir lernen voneinander und das können wir  auch an unseren Arbeitgeber zurückgeben!“ Besonders hervorzuheben ist das große Engagement von Beiersdorf an dem im Wintersemester 2019/2020 ins Leben gerufene Programm „Mentoring bewegt Karrieren“.

Die Stimmen im Einzelnen:

© privat

Anja Neubauer – Manager Integrated Innovation Management Global NIVEA:

Das Mentoring bietet für mich viele Möglichkeiten voneinander zu lernen: als Mentor helfe ich dem Mentee mit meinen Erfahrungen u.a. bei seinem Berufseinstieg und Karriereplanung. Von dem Mentee erfahre ich immer wieder auf’s Neue die Perspektive der jungen Generation zur Karriere, und kann dies in meine Mitarbeiterführung bei Beiersdorf sehr gut einbringen.

Jandirk Thiem – Head of Global Sales and Digital Controlling:

Ich durfte durch das Mentoring-Programm bisher zwei sehr unterschiedliche Mentees kennen lernen, was das Mentoring für mich sehr spannend macht .
Das Programm sehe ich nicht als Recruting-Programm, sondern als eine gute Möglichkeit, mit meinen Erfahrungen jungen Menschen bei ihren wichtigen Entscheidungen zu helfen, insbesondere unter den momentan schwierigen Rahmenbedingungen (Covid-19).

Michael Vergin – Corporate Treasury:

Es macht mir sehr viel Freude, meine ganzen Erfahrungen mit allem „Auf und Ab“ an die jungen Menschen weiterzugeben und sie in ihrem beruflichen Werdegang zu unterstützen.

Axel Kaass – Finance Director Deutschland/Schweiz: „Mich motiviert, das Teilen der Führungserfahrung und meine Erfahrungen aus unterschiedlichen Kulturkreisen weitergeben zu können. Zudem erhalte ich durch das Programm einen Einblick in die junge Generation. Dies schätze ich sehr, um mich in meiner Führungsrolle auf immer wieder neue junge Menschen einzustellen.

Dr. Harriet Reichstein-Scholz – Manager Finance Academy Global:

Es macht Spaß, Studierende auf ihrem Weg zu begleiten, in den Austausch zu gehen und sie auch mal aus einer Sackgasse herauszuholen.
Das Mentoring-Programm bietet mir zudem einen Perspektivwechsel und die Möglichkeit Erfahrungen über die Firmenmauern hinweg weiterzugeben.

Inken Stavenhagen – Programmmanagerin HR:

Es ist eine Inspiration für das eigene Arbeiten, auch um „up-to-date“ zu bleiben. Obwohl eine ganze Generation zwischen mir und der Mentee liegt, kommt man sehr schnell ins Gespräch und es baut sich sehr schnell ein Vertrauensverhältnis auf.
Für Beiersdorf ist Nachwuchsförderung wichtiger den je. Es fördert unser Image und bietet die Möglichkeit „neues“ Arbeiten von den jungen Leuten zu lernen.

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