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Vereinsnews 2021

Ein Interview mit dem neuen Schatzmeister der UGH: Gerrit Driessen

„Mein Ziel ist es, die Universitäts-Gesellschaft finanziell noch breiter und zukunftsgerichteter aufzustellen.“ So beschreibt Gerrit Driessen seine Agenda für 2021. Driessen ist seit vielen Jahren Mitglied der UGH und wurde gerade vom Beirat neu in den Vorstand gewählt. Als langjähriger Vertriebschef für Norddeutschland bei Jungheinrich kennt er sich aus in der Hamburger Wirtschaft. Warum er einen intensiveren Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft gerade jetzt für wichtig hält, erläutert er im Interview.

© privat

UGH: Glückwunsch zur Wahl in den Vorstand der UGH. Sie übernehmen ein besonderes Amt, und zwar das des Schatzmeisters. Haben Sie denn schon mal einen Blick in die Bücher werfen können?

Gerrit Driessen: Schnell und intensiv! Was ich gesehen habe, spornt mich an. Als unabhängiger, gemeinnütziger Verein erhalten wir keine Förderungen und müssen unsere Arbeit vollständig durch Mitgliedsbeiträge, aber auch durch Spenden finanzieren. Die vielen Einzelmitgliedschaften tragen wesentlich dazu bei. Was wir uns zusätzlich wünschen, sind mehr Unternehmensmitgliedschaften und langfristige Förderer. Da möchte ich ansetzen.

UGH: Arbeit im Vorstand der UGH ist ehrenamtliche Arbeit. Warum engagieren Sie sich gerade bei uns? Liegt Ihnen da was besonders am Herzen?

Gerrit Driessen: Schon seit einigen Jahren bin ich Mitglied in der UGH, weil ich den Transferprozess zwischen Wissenschaft und Wirtschaft unheimlich spannend finde. Ebenso spannend finde ich, wie sich Hamburg den Zukunftsaufgaben stellt. Deutschland und insbesondere die Metropolregion Hamburg haben weltweit einen hervorragenden Ruf. Als führende Wirtschaftsnation brauchen wir aber auch weiterhin nachhaltigen und schnellen Fortschritt auf Weltniveau. Hierzu ist Hamburg ein wesentlicher Standort mit der Exzellenz-Universität. Gerade jetzt ist es die Aufgabe der Universitäts-Gesellschaft, die Netzwerke und Transferwege zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zum gegenseitigen Nutzen weiter auszubauen.

UGH: Wie sehen Ihre Ziele für 2021 aus? Was wollen Sie als erstes angehen?

Gerrit Driessen: Die Finanzen werden nun mein Kernthema sein, aber auch das Ausloten aller Möglichkeiten, die UGH finanziell noch breiter und zukunftsgerichteter aufzustellen. Hier habe ich einige Ideen, die ich den Mitgliedern auch zeitnah darlegen möchte. Wie gesagt, ohne öffentliche Förderung braucht es gemeinsame Anstrengungen!

UGH: Wie stark helfen Ihnen dabei Ihre jahrzehntelangen Erfahrungen in der Hamburger Wirtschaft?

Gerrit Driessen: Sehr stark! Ich habe im Jungheinrich – Konzern über 30 Jahre in verschiedenen Managementfunktionen gearbeitet, dabei die letzten 13 Jahre verantwortlich für den Vertrieb und Service in Norddeutschland. Diese Erfahrungen geben schon ein gutes Verständnis der Hamburger Wirtschaft und der anstehenden Themen.  Vielen Unternehmen, die für uns als UGH von Interesse sind für den Wissenstransfer habe ich schon geschäftlich kennengelernt. Zusammen mit den Vorstandskolleg*innen werden wir intensiv daran arbeiten, unsere Zusammenarbeit mit der Hamburger Wirtschaft zu intensivieren!

Hamburg, den 26.02.2021

40 Jahre Mitglied der UGH: Ein Interview mit Chemie Prof. Dr. Walter Kaminsky

Erst vor Kurzem hat er eine Gastprofessur in Japan wahrgenommen. Im Mai vollendet er das 80. Lebensjahr. In der UGH engagiert sich der vielfach ausgezeichnete Chemiker seit vier Jahrzehnten, darunter 13 Jahre im Vorstand. Was ihn dabei besonders reizt, ist der Blick über den Tellerrand der eigenen Disziplin.

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UGH: Warum und wann sind Sie in die Universitäts-Gesellschaft Hamburg eingetreten?

Prof. Dr. Walter Kaminsky: Soweit ich mich erinnere, war das Ende der 1970er Jahre. Freunde aus der Chemie, unter anderem Professor Walther, haben mich überzeugt, mich auch in der Universitäts-Gesellschaft zu engagieren. Besonders gefallen hat mir der Blick über den Tellerrand in Form verschiedenster Vorträge aus unterschiedlichen Disziplinen sowie die anschaulichen Exkursionen z. B. zur Sternwarte in Bergedorf oder zum Botanischen Garten. Als Chemiker lagen mir die anderen Naturwissenschaften natürlich besonders am Herzen. Anfang der 1980er Jahre stand der Umzug des Botanischen Garten von Planten un Blomen nach Klein Flottbek auf der Agenda. In den Geistes- und Sozialwissenschaften hörte ich einige interessante Beiträge über die Transformation der Ordinarien in die Gruppenuniversität.

UGH: Womit haben Sie sich hauptsächlich in Ihrer wissenschaftlichen Laufbahn beschäftigt?

Prof. Dr. Walter Kaminsky: Am Institut für Technische und Makromolekulare Chemie, das 1985 gegründet wurde, haben wir neue Materialien, hauptsächliche Kunststoffe, synthetisiert. Besonders wichtig war uns das Thema Recycling. Damit waren wir unserer Zeit deutlich voraus. Hierüber habe ich auch in der Universitäts-Gesellschaft vorgetragen. Außerdem entwickelten wir einen neuen, umweltfreundlicheren Katalysator für die Produktion von Polyolefinen.

UGH: Die Universitäts-Gesellschaft Hamburg durchläuft aktuell einen tiefgreifenden Wandel. Aufgrund der Corona-Pandemie bieten wir seit Sommer 2020 regelmäßig Digitalevents an. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?

Prof. Dr. Walter Kaminsky: Ich begrüße die aktuelle Entwicklung. Die Universitäts-Gesellschaft sollte immer am Puls der Zeit bleiben. Auch die Förderung begabter Studierender durch das Deutschlandstipendium finde ich wunderbar. Trotzdem vermisse ich sehr die traditionellen Vortragsabende mit dem obligatorischen Glas Wein am Ende und hoffe sehr, dass wir uns bald wieder ‚in echt‘ treffen können.

UGH: Wie wir vernommen haben, engagieren Sie sich auch in Japan für chemische Forschung. Bitte berichten Sie uns kurz davon!

Prof. Dr. Walter Kaminsky: Ja, das ist richtig. Kürzlich habe ich eine Gastprofessur an der Privatuniversität in Kanazawa wahrgenommen. In der dortigen chemischen Fakultät gibt es einen Schwerpunkt auf Katalysatoren, was zu meiner eigenen Forschung sehr gut passt. Die Arbeit mit den japanischen Studierenden macht mir sehr viel Freude. Sie sind unfassbar diszipliniert und engagiert.

Hamburg, den 18.02.2021

Veranstaltungen

Diskutieren Sie spannende Themen aus Forschung und Wissenschaft.

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Engagement

Die Universitäts-Gesellschaft Hamburg engagiert sich in vielfältigen Projekten.